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Gravelreifen sind die Allround-Talente unter den Fahrradreifen. Sie finden einen optimalen Kompromiss aus der Geschwindigkeit und Effizienz von Rennradreifen sowie der Traktion und Robustheit von Mountainbike-Reifen. So meisterst du mühelos Schotterpisten, Waldwege und sogar leichte Trails, ohne auf Asphalt große Abstriche in puncto Speed und Komfort machen zu müssen.
Mit ihrem groben Profil sorgen Gravelreifen für guten Grip auf losem Untergrund und Naturböden. Die breiteren Reifenmaße bieten im Vergleich zu Rennradreifen mehr Auflagefläche bei geringerem Luftdruck und damit hohen Fahrkomfort, selbst auf längeren Distanzen.
Die meisten Gravelreifen sind zudem tubeless-ready, d.h. sie können mit entsprechendem Zubehör ohne Schlauch gefahren werden, mit Pannenschutz-Dichtmilch im Inneren des Reifens. Dies verbessert die Pannensicherheit und den Rollwiderstand zusätzlich.
Entdecke mit unserer Kaufberatung den perfekten Gravelreifen für deine Bedürfnisse und stürz dich ins nächste Abenteuer!
Gravelreifen sind nicht gleich Gravelreifen. Die große Auswahl an verschiedenen Modellen kann schnell verwirren. Um dir die Entscheidung zu erleichtern, haben wir in dieser Kaufberatung die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die du beim Kauf beachten solltest.
Um die Lebensdauer und Leistungsfähigkeit deiner Gravel-Reifen zu erhalten, solltest du ihnen ein Mindestmaß an Pflege zukommen lassen und einige Dinge beachten:
Der optimale Reifendruck für Gravel-Reifen hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Als Richtwert gilt ein Reifendruck zwischen 2,5 und 4,5 bar, je nach Reifenbreite. So bewegst du dich meist im Rahmen der Herstellerempfehlungen, die jeweils auf der Reifenflanke aufgedruckt sind. In der Praxis werden aber oft deutlich geringere Werte gefahren, um mehr Grip und Komfort zu erzeugen.
Den optimalen Reifendruck für deine Bedürfnisse kannst du einfach durch Experimentieren ermitteln. Fahre mit unterschiedlichem Druck und achte auf dein Empfinden. Geh aber nicht zu niedrig, um keine Durchschläge zu kassieren. Der richtige Reifendruck bietet einen guten Kompromiss aus Grip, Komfort und Rollwiderstand.
Tipp: Notiere dir deinen Wohlfühl-Reifendruck und überprüfe ihn vor jeder Fahrt, um immer die optimale Performance zu erzielen.
Gravelreifen sind vielseitiger, während Cyclocross-Reifen speziell für den Rennsport, hohe Geschwindigkeiten und maximalen Grip unter matschigen Bedingungen ausgelegt sind. Cyclocross-Reifen haben eine durch die UCI festgelegte Maximalbreite von 33 mm und ein oft aggressives, offenes Profil für gute Selbstreinigung. Profis fahren zudem meist Schlauchreifen.
Die Karkasse beeinflusst Faktoren wie Stabilität, Pannenschutz, Gewicht und Rollwiderstand des Reifens, die sich immer in einem Spannungsfeld bewegen. Hochwertige Reifen setzen auf engmaschigeres Gewebe, das leichter rollt und dabei einen hohen Schutz bietet.
Vorteile: Besserer Pannenschutz, geringerer Rollwiderstand, Möglichkeit geringerer Reifendrücke.
Nachteile: Montage und Demontage schwieriger, Kompatibilität von Reifen und Felge erforderlich.
Tubeless-Reifen, Tubeless-Felge, Tubeless-Felgenband, Tubeless-Ventil, Dichtmilch, Tubeless-Pumpe oder Kompressor, Reifenheber, ggf. Dichtmilch-Injektor.
Zu unterscheiden sind das UST System und Tubeless Ready. UST setzt auf spezielle abgestimmte Reifen und Felgen, die auch ohne Dichtmilch gefahren werden können. Tubeless Ready Systeme (Hersteller nutzen unterschiedliche Bezeichnungen) haben sich jedoch durchgesetzt.
Mit einem Tubeless-Reparaturset, das spezielle Flicken (sogenannte Tubeless-Salamis) und ein entsprechendes Werkzeug zum Anrauen und Einstechen enthält. Kleinere Löcher reparieren sich bei Tubeless von selbst durch die Dichtmilch.
Die Felge muss Tubeless-kompatibel sein, um die engen Maßtoleranzen einzuhalten eine luftdichte Abdichtung zu gewährleisten.
Regelmäßiges Kontrollieren des Reifendrucks und ggf. Nachfüllen von Dichtmilch. Die Dichtmilch sollte in festen Intervallen gewechselt werden. Die Intervalle gibt der Hersteller vor.
Vorteile: Geringeres Gewicht, platzsparend verstaubar.
Nachteile: Etwas teurer als Drahtreifen.
Regelmäßiges Kontrollieren des Reifendrucks und ggf. Nachfüllen von Dichtmilch. Die Dichtmilch sollte in festen Intervallen gewechselt werden. Die Intervalle gibt der Hersteller vor.
Ja, mit Profilen für Schnee und Matsch und ggf. Spikes für mehr Grip auf Eis.
Vor dem Kauf: Reifen hinsichtlich Breite, Profil, Pannenschutz etc. am Anwendungsbereich ausrichten.
Nach dem Kauf: Luftdruck variieren, ggf. Pannenschutzeinlagen verwenden oder auf Tubeless umrüsten.
Der richtige Reifendruck optimiert Grip, Komfort und Rollwiderstand.
Vor jeder Fahrt und bei wechselnden Bedingungen. Außerdem bei der Überwinterung des Fahrrads in regelmäßigen Abständen.
Ja, du musst nicht jedes Mal eine Pumpe anschließen. Es gibt elektronische Luftdruckprüfer und sogar Reifendruckkontrollsysteme zur festen Montage und Kontrolle per App.
Die Größe beziehungsweise Breite des Reifens hängt ganz davon ab, wie du dein Gravelbike für dich definierst und auf welchem Untergrund du vorwiegend fährst. Hier einige der gängigsten Reifengrößen für Gravel:
27,5"
-
27,5x1.20"
30-584
28"
700x30C
28x1.20"
30-622
27,5"
-
27,5x1.35"
35-584
28"
700x35C
28x1.35"
35-622
27,5"
-
27,5x1.50"
40-584
28"
700x40C
28x1.50"
40-622
27,5"
-
27,5x1.75"
47-584
28"
700x45C
28x1.75"
47-622
27,5"
-
27,5x2.00"
50-584
28" (29")
700x48C
28x2.00" (29x2.00")
50-622
Reifenbreiten von 30 bzw. 50 mm finden eher selten Verwendung und nur bei sehr straßen- bzw. offroad-lastigen Reifenmodellen. Die Masse der Allround-Reifen bewegt sich in der goldenen Mitte zwischen 35 mm und 45 mm Reifenbreite. Ausnahme: Cyclocross-Reifen haben in der Regel eine Größe von 700x33C (ETRTO: 33-622), da die UCI für Cyclocross-Rennen keine breiteren Reifen erlaubt.
Die Ausprägung des Reifenprofils richtet sich wie die Reifenbreite nach dem bevorzugten Einsatzzweck. Willst du viele Kilometer abspulen und bewegst dein Gravelbike eher auf der Straße und leichten Waldwegen? Oder liebst du es, über Schotterpisten zu schießen und schreckst auch vor leichten Trails nicht zurück? Alles steht und fällt mit dem richtigen Reifen, dem Tuningteil Nummer eins beim Gravelbike.
Schmal
Leicht
Geschwindigkeit
Gering
Gering
Straße, trockene Waldwege, feiner Schotter
Mittel
Moderat
Vielseitigkeit
Mäßig
Gut
Gemischtes Terrain, gröberer Schotter, feuchte Waldböden
Breit
Stark
Spaß
Hoch
Hoch
Grober Schotter, nasse Naturböden, Geröll, leichte Trails
In der Praxis ergeben sich auch Kombinationen aus breiten Reifen mit wenig Profil (mehr Dämpfung auf der Straße, Fahren auf Sand) oder schmalen Reifen mit starkem Profil (Matschreifen, Crossreifen). Die Tabelle soll daher nur eine grobe Einteilung zum grundlegenden Verständnis geben.
Kurz gesagt: Mehr Komfort, mehr Traktion, mehr Pannenschutz. Ausschlaggebend dafür ist nicht nur die größere Aufstandsfläche, sondern auch der geringere Luftdruck. Doch selbst wenn Rahmen und Gabel sehr breite Reifen erlauben, ist der Sweet Spot der richtigen Reifengröße sehr individuell und von vielen Faktoren wie Fahrweise und bevorzugtem Untergrund abhängig. Es lohnt sich aber, mit breiteren Reifen zu experimentieren. Nicht umsonst wechseln manche Fahrer beim von 28 Zoll auf 27,5 Zoll Laufräder, die breitere Reifen im gleichen Rahmen erlauben.
Jeder Hersteller gibt maximale Reifenbreiten für Rahmen und Gabel an. Das Rose Backroad (MY2020 bis aktuell 2023) erlaubt beispielsweise Reifenbreiten von bis zu 45 mm bei 700C und bis zu 47 mm bei 650B. Wenn du die maximale Reifenbreite nicht in Erfahrung bringen kannst, ist Augenmaß gefragt, wohlgemerkt auf eigene Gefahr. Wichtig hierbei: Es reicht nicht, wenn der Reifen im Stand passt. Du solltest immer auch die (teils beträchtliche) Verwindung des Laufrads in Kurven berücksichtigen sowie die Verformung des Reifens durch das Fahrergewicht bei gegebenem Luftdruck. Der Reifen sollte also mehrere Millimeter Abstand zu beiden Seiten haben, um im Fahrbetrieb nicht an Kettenstreben oder Gabelholmen zu schleifen.
Klares Ja. Gravel-Reifen profitieren ebenso von den den schlauchlos gefahrenen und mit flüssigem Latex abgedichteten Reifen wie ihre MTB-Pendants. Die wichtigsten Vorteile dabei:
Das macht sich bereits auf der Straße bemerkbar. Je mehr du aber von der Straße abbiegst, desto mehr kommen die genannten Vorteile zum Tragen. Durch die breiteren Reifen und geringeren Luftdrücke gestaltet sich – im Gegensatz zum Rennrad – auch die Montage oft einfacher und es kommt seltener zu Schwierigkeiten mit der Abdichtung.